17.04.2021 19:13
von Burgbühne Stromberg
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Proben über das Internet erfordern "viel Kopfkino"

Von EVA HAUNHORST

Stromberg (gl). Ein ums andere Mal stellen die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Verantwortlichen der Burgbühne Stromberg seit einem Jahr vor neue Herausforderungen. Die aktuelle Situation hat sie jetzt veranlasst, die für Mai geplante Premiere von „Emil und die Detektive" auf Fronleichnam, Donnerstag, 3. Juni, zu verschieben.

Ob sie dann stattfinden kann, wird die Entwicklung der nächsten Wochen zeigen. Ursprünglich hatte das Stück im Mai 2020 erstmals aufgeführt werden sollen.

Um überhaupt unter Corona­Bedingungen weiterarbeiten zu können, hatte Regisseur Hendrik Becker vergangenes Jahr das fast 80 Mitglieder umfassende Ensemble von „Emil und die Detektive“ sowie das etwa 45 Mitglieder starke Ensemble für das Abendstück „Mephisto" nach der Absage beider Spielzeiten auf vier Produktionen für 2021 aufgeteilt. Außer „Emil“ und „Mephisto“ (Premiere 7. August) sollen im Lauf dieses Sommers zwei weitere Inszenierungen gezeigt werden (weiterer Text).

Seit Monaten laufen die Proben für alle Gruppen nur noch online. Becker sieht das mit gemischten Gefühlen. „Es ist toll, dass es die Möglichkeit gibt, digital zu arbeiten“, betont er. „Aber wir sind jetzt an dem Punkt angekommen, an dem es live auf der Bühne weitergehen müsste.“ Denn im Gegensatz beispielsweise zum Adventskalender, den man als reines Onlineprojekt gestaltet habe, handele es sich bei den Sommerproduktionen „um reales Theater“. Und das bedeute nun einmal, gemeinsam auf derselben Bühne zu stehen und miteinander zu spielen.

Digitales Proben müsse man sich wie ein Hörspieltraining vor­stellen, erläutert der Regisseur. „Das ist viel Kopfkino." Mittlerweile sprächen die Kinder vor ihren Bildschirmen ihre Texte aber nicht nur, sondern spielten in gewisser Weise auch, um sich nicht nur auf die Sprache zu konzentrieren. „Denn es besteht die Gefahr, dass wir die Stimme vom Körper abkoppeln.“ Wichtig sei daher, stets auch im Blick zu ha­ben, „was ich dabei mache, wenn ich etwas sage“.

Die Kinder nähmen die Situation auch nach so vielen Wochen noch „mit einer bewundernswerten stoischen Ruhe hin“, sagt Becker. Seit November seien alle bei der Stange geblieben, was er beachtenswert finde. Aber auch ihnen merke er an, dass eine Grenze erreicht sei. „Sie fiebern darauf hin, wieder auf der Bühne zu stehen." Wann das sein, wird, ist angesichts der Corona-Entwicklung für die Verantwortlichen derzeit nicht absehbar. Es bleibe derzeit nur „das tagesaktuelle Hoffen“ darauf, dass möglichst bald wieder mehr erlaubt sei als rein digitales Proben.

 

Zitat

„Wir haben uns eine Flexibilität angewöhnt, machen Probenplanungen nicht weiter als zwei Wochen im Voraus. An diese Situation gewöhnen werde ich mich nicht.“

Hendrik Becker, Regisseur der Burgbühne Stromberg, auf die Frage, ob er und sein Ensemble sich daran gewöhnt hätten, dass an ein normales Arbeiten angesichts der Corona-Pandemie weiterhin nicht zu denken ist.

 

„Pompelponia“ als Geschenk für Senioreneinrichtungen

Stromberg (eh). Die Premiere der Inszenierung von „Die Abenteuer des Odysseus - Eine Reise ins Ungewisse" soll laut aktueller Planung der Burgbühne am 10. Juni auf der Wiese hinter der Mauer auf dem Burgberg stattfinden. Die Produktion mit Schauspielern des Erwachsenenbereichs, laut Regisseur Hendrik Becker konzipiert als „Theater aus dem Koffer", soll danach auf Reisen gehen - durch Parks im Münsterland. Dass daran Interesse bestehe, habe man an den Reaktionen derjenigen, denen man das Projekt vorgestellt habe, bereits gemerkt, sagt Becker.

Finanziell unterstützt wird das Team der Freilichtbühne für diese Inszenierung vom Fonds Darstellende Künste in Berlin. Man habe sich in eine Förderung aus dem Topf Neustart Kultur beworben und sei erfolgreich gewesen, sagt der Theaterpädagoge. Darüber freue man sich angesichts der schwierigen Lage durch die Pandemie sehr. Die finanzielle Unterstützung helfe der Bühne dabei, neue Wege zu gehen. Das sei umso wichtiger, als dass man sich wohl auch für diesen Sommer darauf einstellen müsse, deutlich weniger Zuschauer als üblich zu Aufführungen zuzulassen.

Ebenfalls gefördert wird das Projekt „Pompelponia - der flie­gende Wunderzirkus", an dem 17 Kinder und Jugendliche der Spielgruppe der Burgbühne beteiligt sind. Mit ihnen möchte Becker auf Tournee rund um Stromberg gehen. Das Zirkus-Theaterstück soll ein Geschenk an die Senioreneinrichtungen sein. Diese habe man angeschrieben und bereits positive Rückmeldungen erhalten, sagt Becker. Man plane die Aufführung so, dass sie unter freiem Himmel auf dem Gelände der Einrichtungen stattfinden könne. Start soll laut Plan im Juni auf der Wiese hinter der Burgmauer in Stromberg sein.

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